Die Kältewelle hat nur eine kleine Pause eingelegt
Ecki, am 19. Januar 2010
Bei uns macht man heute schon, dass die Nacht etwas kälter werden wird als die vergangene Nacht. Und ab übermorgen sollen wir auch die Tage wieder frostig werden.
Die ersten sagen schon abfällige Dinge über den Klimawandel, der ja momentan ein wenig weniger präsent ist, weil immer neue Horrormeldungen aus Haiti die Schlagzeilen beherrschen.
Da sieht man wieder, wie klein der Mensch doch ist. Jedenfalls im Vergleich zur Natur, die sich in diesem Fall durch ihre geologische Komponente mit dem Erdbeben in Erinnerung bringt.
Auch der ungewöhnlich strenge Winter bei uns zeigt, wie wenig berechenbar die Abläufe draußen doch sind. Nicht überall ist es besonders kalt in diesem Jahr. Am Wochenende telefonierte ich zum Beispiel mit einer Freundin, die auf Teneriffa wohnt. Und dort ist das ganze Gegenteil der Fall.
Das Wetter ist auf den Kanaren zurzeit extrem ruhig und windstill. Es ist für die Jahreszeit viel zu warm und das Wasser hat jetzt noch 22 Grad Celsius, was im Januar eigentlich niemals vorgekommen sein soll. Shorts-time und Badewetter! Unsere Freundin meinte wörtlich: “Das ist irgendwie schon gespenstisch, wenn man das erlebt in dieser Jahreszeit.”
Es kommt eben immer auf die Perspektive an, wie man die Welt gerade sieht.
Die meisten Menschen haben darum auch nur die menschliche Perspektive im Sinn. Der Einfluss des Laufs der Planeten und die schwankende Nähe zur Sonne wird im Zusammenhang mit dem Klimawandel ja beinah gar nicht mehr kommuniziert. Leider. Denn auch das ist ein Ablauf der gewaltigen Natur, dem der Mensch ausgeliefert ist.
Wie es eben mit der Natur am Ende immer ist: der Mensch tut gut daran, sich zu überlegen, mit welchen Anpassungen mit den Erscheinungen der Natur zu überleben ist. Leider erliegen ja viele Zeitgenossen immer noch der Vorstellung, dass der Mensch der Natur überlegen sei, was sich unzählige Male als grundsätzlicher Irrtum erwiesen hat.
Nicht dass jemand denkt, ich sei gegen die Senkung des CO2-Ausstoßes. Natürlich nicht, der Schutz der Umwelt ist natürlich immer gut.
Aber ich bin in keiner Weise überzeugt, dass die Menschheit es schaffen kann, durch die Senkung ihres Anteils am Klimawandel wirklich wirksam einzugreifen. Denn die natürlichen Abläufe in diesem Zusammenhang erscheinen mir doch sehr viel gewaltiger – und es hat sie immer schon gegeben.
